Du stehst vor einem Publikum oder sitzt vor dem Mikrofon. Du präsentierst Folien. Du leitest ein Webinar. Oder du nimmst einen Podcast auf. In all diesen Situationen können simple Tastendrücke zur Störquelle werden. Viele Presenter und Presenter-Controller haben klickende Tasten. Laptops liefern mechanische oder taktile Geräusche. Funk-Remotes senden manchmal akustische Signale beim Drücken. Diese Klicks landen oft direkt im Mikrofon. Das Ergebnis sind Störgeräusche in Aufnahmen. Es kann zu Rückkopplungen kommen. Du erlebst peinliche Unterbrechungen oder verlierst an Professionalität.
Das Kernproblem ist technisch einfach. Tasten erzeugen kurzzeitige Impulse mit hohem Frequenzanteil. Mikrofone, vor allem Richtmikrofone und Ansteckmikros, nehmen diese Impulse besonders gut auf. In leisen Passagen fallen sie stark auf. In lauten Passagen stören sie trotzdem die Verständlichkeit. Bei Live-Streams und Aufnahmen zählt jede Ablenkung. Für Moderatoren, Presenter, Podcaster und Veranstaltungstechniker kann das den Gesamteindruck trüben.
In diesem Artikel lernst du, wie laut typische Tasten wirklich sind. Du erfährst, welche Mikrofone besonders empfindlich sind. Du bekommst einfache Messmethoden. Du findest Praxis-Tipps zur Vermeidung von Klickgeräuschen. Dazu gehören Hardware-Optionen, Mikrofonpositionierung und Software-Einstellungen. Am Ende kannst du konkrete Maßnahmen umsetzen. So vermeidest du Störungen und sorgst für klarere Aufnahmen und einen ruhigeren Auftritt.
Tastenlautstärke und Hardware: Wichtige Kriterien für Presenter und Peripherie
Bevor du Geräte vergleichst, lohnt sich ein Blick auf die entscheidenden Kriterien. Nicht jede Zahl ist gleich aussagekräftig. Viele Faktoren bestimmen, wie stark ein Tastendruck im Mikrofon ankommt. Hier sind die wichtigsten Punkte, die du beachten solltest.
Wichtige Kriterien
- Schalldruckpegel (dB): Gibt an, wie laut ein Tastenanschlag ist. Immer angeben, aus welcher Distanz gemessen wurde. Typisch sind Messungen in 10 cm bis 30 cm Abstand.
- Ansprechlautstärke: Wie stark der Impuls des Tippens im Frequenzspektrum sichtbar ist. Kurze, scharfe Impulse fallen im Hochtonbereich auf.
- Abstand zum Mikrofon: Je näher der Auslöser am Mikrofon, desto stärker die Aufnahme. Ein Presenter in der Hand wird lauter aufgenommen als einer auf dem Tisch.
- Bauart der Schalter: Mechanische Schalter sind meist lauter. Gummikappen und kapazitive Tasten sind leiser.
- Polarpattern/Typ des Mikrofons: Richtmikrofone und Lavaliermikrofone nehmen nahe Quellen stärker auf. Kugelcharakteristiken integrieren mehr Raumgeräusch.
- Dämpfungsmaßnahmen: Gummipuffer, Schaumstoff, weiche Hüllen oder softwareseitige Gate/EQ reduzieren die Wahrnehmung.
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Vergleichstabelle: typische Geräteklassen und Lautstärke
| Kategorie / Modell |
Schaltertyp |
Geschätzter Schalldruckpegel (dB) bei 10 cm |
Typischer Anwendungsfall |
Empfehlung |
| Presenter mit haptischem Klick (Logitech R400) |
Mechanischer Taster, klare Klickgeräusche |
~50–60 dB |
Vorträge, Klassenzimmer, Konferenzraum |
Bedingt geeignet bei weiter Mikrofonposition, sonst dämpfen |
| Presenter mit Touch/gestenbedienung (Logitech Spotlight) |
Weniger mechanischer Anschlag, teilweise Soft-Tasten |
~35–45 dB |
Webinare, professionelle Präsentationen |
Geeignet, besonders bei Lavaliermikrofonen |
| Standard-Laptop-Tastatur (Scissor/Chiclet, z. B. MacBook) |
Flacher Scherenmechanismus, moderate Geräusche |
~40–50 dB |
Live-Demos, Notizen während Vorträgen |
Bedingt geeignet; Abstand/Mikroposition beachten |
| Mechanische Tastatur (z. B. mit Cherry MX Blue) |
Offener Klick, hoher Pegel |
~60–70 dB |
Gaming-Streams, Podcasts am Schreibtisch |
Nicht geeignet nahe am Mikrofon; dämpfung nötig |
| Presenter mit Gummi- oder Membrantasten |
Weiche Tasten, gedämpfter Anschlag |
~30–45 dB |
Einsteiger-Präsentationen, Schulungen |
Geeignet für Mikrofon-sensitive Umgebungen |
| Kapazitive Touch-Fernbedienung / Smartphone |
Kein mechanischer Klick, Touchsignale |
~20–30 dB |
Leise Aufzeichnungen, mobile Präsentationen |
Sehr gut geeignet |
Die Werte sind Schätzungen. Sie hängen von Bauweise, Messabstand und Raumakustik ab. Nutze die Tabelle als Orientierung. Wenn du empfindliche Mikrofone einsetzt, sind kapazitive oder gummierte Tasten die praktischsten Optionen. Mechanische Schalter solltest du vermeiden oder dämpfen.
Häufige Fragen und präzise Antworten
Hört man Tastenanschläge in Aufnahmen deutlich?
Ja, Tastenanschläge sind oft hörbar. Sie erzeugen kurze, hohe Impulse. In leisen Passagen fallen sie besonders auf. Wenn das Mikrofon dicht an der Schallquelle ist, können Klicks dominieren.
Welcher Abstand zum Mikrofon reduziert Tippgeräusche sinnvoll?
Als Faustregel gilt: weiter ist besser. Halte Presenter oder Tastatur mindestens 20 bis 30 cm vom Mundmikrofon entfernt. Bei Tischmikrofonen sind 30 bis 60 cm meist sinnvoll. Teste den Abstand im Raum mit Probeaufnahmen.
Welche Mikrofonsysteme reagieren am stärksten auf Tasten-Klicks?
Kondensatormikrofone sind sehr empfindlich und zeigen Klicks deutlich. Richtmikrofone wie Shotgun nehmen nahe Quellen ebenfalls gut auf. Dynamische Bühnenmikrofone wie das Shure SM58 oder Studiomikrofone wie das Shure SM7B sind weniger anfällig. Lavaliermikrofone sind nah an Körper und Sender; Störgeräusche treten hier auf, wenn der Presenter das Gerät in der Hand hält.
Wie mache ich Tasten praktisch geräuschlos?
Verwende Presenter mit kapazitiven oder gummierten Tasten. Lege eine weiche Hülle oder ein Stofftuch unter die Hand. Bei mechanischen Tastaturen helfen O-Ringe oder gedämpfte Switches. Schalte Mikrofone stumm, wenn du nicht sprichst.
Lassen sich Klickgeräusche nachträglich sauber entfernen?
Ja, in vielen Fällen. Ein einfacher Noise Gate reduziert leise Klicks zwischen Sprachabschnitten. Für hartnäckige Klicks sind spektrale Bearbeitungstools wie iZotope RX effektiv. Bessere Ergebnisse erzielst du, wenn du bereits während der Aufnahme Störungen minimierst.
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Schalldruckpegel und Dezibel
Der Schalldruckpegel wird in Dezibel (dB) gemessen. Dezibel sind eine logarithmische Skala. Das heißt: eine Verdopplung der empfundenen Lautstärke entspricht nicht einer einfachen Addition von dB. Praktisch bedeutet das: ein Ton bei 70 dB wirkt deutlich lauter als einer bei 50 dB. Zur Einordnung: Flüstern liegt bei etwa 30 dB. Normale Unterhaltung bei 60 dB. Ein lauter Tastenklick kann je nach Nähe und Bauart zwischen etwa 30 und 70 dB liegen.
Wie misst oder schätzt man Tastenklicks?
Für genaue Werte brauchst du ein SPL-Messgerät. Es reicht oft ein gutes Smartphone mit einer Mess-App für grobe Messungen. Miss aus der Position, in der das Mikrofon später sitzen wird. Notiere die Werte bei typischem Druck auf die Taste. Beachte, dass Raumreflexionen und Abstand das Ergebnis stark verändern.
Mikrofonempfindlichkeit und Richtcharakteristik
Einigen Mikrofonen sind empfindlicher als anderen. Kondensatormikrofone nehmen detailreich hohe Frequenzen besser auf. Sie zeigen Klicks deutlicher. Dynamische Mikrofone reagieren milder auf kurze Impulse. Die Richtcharakteristik spielt eine Rolle. Ein Lavalier sitzt nah am Körper und nimmt nahe Geräusche stark auf. Ein Richtmikrofon (z. B. Shotgun) verstärkt Schall aus einer Richtung. Es kann trotzdem Klicks aufnehmen, wenn die Taste nahe an der Achse liegt.
Unterschiede der Schaltertypen
Mechanische Schalter haben oft einen klaren Anschlag und erzeugen laute Klicks. Beispiele sind bestimmte Cherry-Switches. Gummidome oder Membrantasten federn ab und dämpfen das Geräusch. Scissor-Tastaturen sind flacher und meistens leiser als klackende mechanische Tasten. Kapazitive Touchflächen haben keinen mechanischen Anschlag und sind sehr leise. Lautere Klicks entstehen durch harte Metallkontakte und größere Tastenwege. Die Energie des Aufpralls überträgt sich als kurzer hoher Frequenzimpuls ins Mikrofon.
Entfernung und Raumakustik
Der Schalldruck fällt mit Abstand. In freiem Feld reduziert sich der Pegel um etwa 6 dB, wenn du den Abstand verdoppelst. In Räumen kommt aber die Raumakustik hinzu. Harte Wände und viele Reflexionen verstärken die Wirkung von Klicks. Weiche Oberflächen wie Vorhänge und Teppiche dämpfen sie. Deshalb kann dieselbe Taste in zwei Räumen völlig unterschiedlich wahrgenommen werden.
Entscheidungshilfe: Welches Presenter- oder Tastengerät passt zu deiner Situation?
Wenn du ein Gerät auswählst, hilft eine klare Abwägung. Stelle dir drei Fragen. Die Antworten zeigen dir, welche Eigenschaften wichtig sind.
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Wie nahe ist das Mikrofon beim Tasten?
Ist das Mikrofon direkt am Kopf oder Körper befestigt, zum Beispiel ein Headset oder Lavalier, dann sind nahe Klickgeräusche wahrscheinlicher. Tischmikrofone oder Raum-Mikrofone sind weiter entfernt. Je näher die Taste am Mikrofon liegt, desto wichtiger sind leise Tasten oder Dämpfmaßnahmen.
Wird aufgezeichnet oder live übertragen?
Bei Aufnahmen kannst du Störgeräusche nachträglich bearbeiten. Das gibt mehr Spielraum bei der Wahl des Geräts. Bei Live-Übertragungen gibt es keine Nachbearbeitung. Dort sind leise Tasten oder frühzeitige Stummschaltung wichtiger.
Welches Mikrofonsystem nutzt du?
Ein Lavalier sitzt sehr nah am Körper und nimmt nahe Impulse stark auf. Richtmikrofone fangen gezielt Schall aus einer Richtung ein und reagieren auf nahe Quellen. Dynamische Bühnenmikros sind unempfindlicher. Die Mikrofonauswahl beeinflusst, wie stark Tasten hörbar werden.
Fazit und Empfehlungen für typische Nutzer
Messemoderator: Häufig mobil und lautem Umfeld. Kapazitive Presenter oder gummierte Tasten sind sinnvoll. Lavaliermikrofone prüfen und Tasten weiter weg halten.
Webinar-Host: Aufnahme oder Live-Stream aus dem Home-Studio. Leise Presenter und eine separate Tastatur mit Dämpfung sind empfehlenswert. Probetests und Software-Gates nutzen.
Hybrid-Vortrag: Kombination aus Bühne und Stream. Setze auf robuste, aber gedämpfte Tasten. Mikrofonposition kontrollieren und bei Bedarf Presenter mit Soft-Tasten wählen.
Typische Anwendungsfälle und sofort umsetzbare Maßnahmen
Großer Konferenzsaal mit Ansteckmikrofon
In großen Sälen sitzt das Ansteckmikrofon oft nahe am Brustkorb des Sprechers. Tastenanschläge oder das Abklipsen eines Presenters werden dadurch direkt eingefangen und verstärkt durch das PA-System. Das führt zu unangenehmen Klicks im Saal und zu Rückkopplungen.
Sofortmaßnahme: Positioniere die Fernbedienung so weit wie möglich vom Ansteckmikrofon. Halte die Hand flach und dämpfe harte Klicks mit einem Stück Stoff. Bitte den Tontechniker, die Gain-Einstellung zu reduzieren oder ein leichtes High-Pass-Filtering zu nutzen. Bei wiederkehrenden Problemen ist ein Presenter mit weichen Tasten die beste Lösung.
Webinar mit USB-Headset
Bei Webinaren ist das Headset direkt am Kopf. Tasten, die nah am Mikrofon gedrückt werden, sind besonders deutlich in der Aufnahme. Klicks stören Zuhörer und wirken unprofessionell, vor allem wenn das Headset-Mikrofon empfindlich ist.
Sofortmaßnahme: Nutze die Stummschalt-Funktion, wenn du nicht sprichst. Schalte Benachrichtigungsgeräusche aus. Wenn du eine Tastatur benutzt, lege ein Mikro-Stopper-Pad unter die Handfläche oder benutze eine leisere Tastatur. Softwareseitig hilft ein Noise Gate oder eine einfache Autogain-Reduktion.
Podcast oder Livestream mit nahen Studiomikrofonen
Bei Podcast-Setups sind Mikrofone oft nur wenige Zentimeter vom Mund entfernt. Das macht Klicks sehr präsent. In ruhigen Passagen stören sie die Sprachverständlichkeit und den Flow der Aufnahme.
Sofortmaßnahme: Verwende ein dynamisches Mikrofon wie das Shure SM7B, das impulsartige Störgeräusche weniger stark überträgt. Lege O-Ringe auf mechanische Tastaturen oder nutze eine weiche Tastatur. Nutze ein Software-Tool zur spektralen Bearbeitung bei Aufnahmen. Wenn möglich, halte Presenter beim Klicken außer Hörweite des Mikrofons.
Hybride Meetings mit Raum-Mikrofonen
Bei hybriden Meetings nehmen Raum-Mikrofone Stimmen und Störgeräusche aus dem ganzen Raum auf. Tastenklicks auf Konferenztischen werden so für entfernte Teilnehmer laut und ablenkend.
Sofortmaßnahme: Verwende Tisch-Pads oder Filzunterlagen, um Klicks zu dämpfen. Schlage vor, Laptops oder Tastaturen weiter weg zu platzieren. Aktiviere in der Konferenzsoftware Rauschunterdrückung und setze automatische Gate-Einstellungen moderat ein, damit Sprache erhalten bleibt.
Aufzeichnungen in ruhigen Studios
Im Studio fallen selbst leise Klicks auf. Dort ist jedes Detail hörbar. Klickgeräusche zerstören die Stille zwischen gesprochenen Abschnitten.
Sofortmaßnahme: Setze Geräte mit kapazitiven oder gummierten Tasten ein. Dämpfe mechanische Tasten mit O-Ringen oder wechsel die Switches. Messe vor der Aufnahme die Pegel und lege klare Abläufe fest, bei denen nicht gesprochen wird, während getippt wird. Vermeide unnötige Interaktion mit Geräten während stiller Passagen.
In allen Fällen gilt: Probetests sind effektiv. Eine kurze Testaufnahme zeigt, ob Klicks störend sind. Kleine physische Maßnahmen und einfache Software-Einstellungen reduzieren viele Probleme sofort.
Do’s & Don’ts zur Vermeidung von Tastengeräuschen
Diese Tabelle gibt dir schnelle, praktische Regeln. Setze die Tipps sofort um und teste das Ergebnis mit einer kurzen Aufnahme. So reduzierst du Klicks und sorgst für sauberere Übertragungen.
| Do |
Don’t |
| Nutze einen Presenter mit weichen Tasten. Kapazitive oder gummierte Tasten sind leise und zuverlässig. |
Drücke laut auf dem Laptop direkt neben dem Mikrofon. |
| Positioniere das Mikrofon strategisch. Halte Presenter und Tastatur aus der Hauptaufnahmeachse. |
Stelle das Mikrofon so, dass Tastengeräusche direkt darauf zeigen. |
| Mute das Mikrofon bei Pausen. Nutze Stummschaltung bei Abschnitten ohne Sprechen. |
Lass das Mikrofon dauerhaft offen, obwohl du nicht sprichst. |
| Dämpfe harte Oberflächen. Ein Filzpad oder Stoff unter der Hand reduziert Klicks deutlich. |
Lasse Presenter oder Tastatur direkt auf einem blanken, harten Tisch liegen. |
| Verwende leise Tastaturen oder O-Rings. O-Rings dämpfen Anschläge bei mechanischen Switches. |
Setze eine klackende mechanische Tastatur direkt neben dem Mikrofon ein. |
| Mach vor dem Live-Auftritt eine Probespur. So erkennst und behebst du Klickquellen schnell. |
Vertraue darauf, dass Geräusche später unauffällig bleiben ohne Testaufnahme. |